Samstag, 22. September 2018

Göttinger Sieben

Denkmal für die Göttinger Sieben beim Leineschloss in Hannover am 19. September 2018

Im Kampf um die Verfassung verloren sieben Professoren ihren Job an der Göttinger Universität und wurden von Ernst August, König von Gottes Gnaden, des Landes (Königreich Hannover) verwiesen.


aus: Sieben gegen den König, Texte und Materialien zum Hannoverschen Verfassungskonflikt 1837, Historisches Museum Hannover

Seite 7:

Sie sind keine Märchenfiguren

... auch nicht die Turmspitzen einer Stadt oder Hügel im Leinebergland: Die Göttinger Sieben waren Professoren der Universität Göttingen, die sich 1847 gegen König Ernst August von Hannover stellten. Der neue Regent hatte per Dekret das liberale hannoversche Staatsgrundgesetz außer Kraft gesetzt. Die Sieben fühlten sich weiterhin der Verfassung verpflichtet und verweigerten aus Gewissensgründen dem König die Huldigung. Die folgende Auseinandersetzung im November 1837 war im Kern ein 'Kampf der - politischen - Kulturen': Absolutismus gegen Konstitutionalismus.
Der Monarch von Gottes Gnaden kämpfte um seinen Vorrang gegenüber einer Verfassung, die seinen Handlungsspielraum einschränkte. Für den Moment musste sich das Neue der alten Macht noch beugen. Die Göttinger Sieben wurden entlassen, drei von ihnen außer Landes gezwungen. Aber sie waren nicht allein, eine breite Öffentlichkeit im In- und Ausland verfolgte das Geschehen und unterstützte die Verfolgten. Vier der Göttinger Sieben waren 1848 Mitglieder der Paulskirchenversammlung und gelten damit als Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

Seite 26:

Ein König, sieben Professoren, zwei Welten

Mit seiner Verfügung vom 1. November 1837 erklärte König Ernst August das Staatsgrundgesetz von 1833 für 'erloschen'. Die Professoren der Göttinger Universität berieten daraufhin über mögliche Reaktionen, und Friedrich Christoph Dahlmann formulierte einen Protestbrief. Eher durch Zufall fanden sich sechs seiner Kollegen, die diese 'Protestaktion' ebenfalls unterschrieben.

So wurden

der Historiker und Staatsrechtler
Friedrich Christoph Dahlmannn,

die Germanisten
Wilhelm und Jacob Grimm,

der Staatsrechtler
Wilhelm Edurard Albrecht,

der Orientalist
Heinrich August Ewald,

der Literaturhistoriker
Georg Gottfried Gervinus,

und der Physiker
Wilhelm Weber

zu den Göttinger Sieben.

Die Motive der Unterzeichner waren unterschiedlich. Für Dahlmann, der ja zu den 'Vätern' der aufgehobenen Verfassung gehörte, war die Auseinandersetzung eine hochpolitische Angelegenheit. Den Brüdern Grimm, Albrecht und Ewald ging es um sittlicher Werte: Sie fühlten sich an ihren Diensteid auf die Verfassung gebunden und hielten es für unmoralisch, sich durch einen königlichen Verfassungsbruch entpflichten zu lassen. Bei Gerwinus mag eine allgemeine Lust an Provokationen mitgespielt haben, und Weber wird wohl die volle Tragweite des Protestes nicht übersehen haben. Alle sieben waren jedoch angesehene Wissenschaftler und geachtete Bürger Göttingens. In ihrem Protest zeigten sie sich nun als mündige Staatsbürger.

König Ernst August jedoch verlangte Untertanen. Aus seinem Verständnis als Monarch von Gottes Gnaden hatte er schon als Thronanwärter das Staatsgrundgesetz abgelehnt. Dies diente ihm nun als Rechtfertigung für die Aufhebung der Verfassung.




Lebensgeschichte eines Journalisten, der im Kampf um die Reichsverfassung
im "Gefängniß vor dem Cleverthor" in Hannover landete und nicht einmal dreißig Jahre als wurde:

Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschlad

Dienstag, 4. September 2018

"Mährchen aus der Gegenwart"




Die sieben „Mährchen“ entstanden zu einer Zeit, in der man in Deutschland sehr gut überlegen musste, was man sagte, schrieb und tat. Nach den Karlsbader Beschlüssen im September 1819 waren die deutschen Länder mit einem Netz von Spitzeln überzogen. Versammlungen und Publikationen wurden akribisch überwacht, Urheber unerwünschter Aktionen abgemahnt, mit Berufsverboten bestraft, ausgewiesen oder landeten im Gefängnis. Staatliche Willkür war an der Tagesordnung. Die Erzählungen erschienen im Jahre 1848 im Verlag Wilhelm Jurany in Leipzig.

Inhalt:
Die Herberge der Gerechtigkeit
Ein Idyll
das alte Lied
Ein Freiheitstanz
Eine Nacht der Gegenwart
Aus der Einsamkeit
Zwei Freunde

DOWNLOAD ► 
Mährchen aus der Gegenwart (99Cent)


Montag, 27. August 2018

Lebensgeschichte eines Achtundvierzigers




INHALT


Am 18. März auf seinen Spuren
           
I. 1822 – 1847
Pfarrerssohn in Detmold       
Studium in Bonn        
Burschenschaftler in Jena     
Bonner Abschluss      
Predigt in der Hauptkirche    
Berliner Progress, Salons, Brüder Grimm    
Zurück in Detmold     
Malwida von Meysenbug      
Artikel zum Fürstenjubiläum
Zukunft des Christentums     
Prediger auf der Grotenburg 
Landpfarrerträume   
Rheinfahrt im August
Unbequem, nicht überall      
Literatenleben in Leipzig
           
II. 1848           
Geweint vor Freude  
Märzrevolution in Berlin       
Kandidat für Lippe     
Parlament in der Paulskirche
Robert Blum und die Zentralgewalt 
Bremer Perspektiven 
Fiese Kampagne gegen die Bremer Zeitung
Trauerspiel in Wien   
Drama Robert Blum  
Dunkelgrauer Abschied         
Neubeginn in Hannover        
Tod der Mutter
           
III. 1849 - 1852          
Zeitung für Norddeutschland
Grundrechte für Deutschland           
Ständeversammlung und hannoversche Thronrede
Politpossen im Königreich     
Hannover, Deutschland und ein Zeitungsmann      
Reichsverfassung und monarchische Betonwände 
Gefängnis vor dem Clevertor
Hannoversche Idyllen
Urteil des Stadtgerichtes      
St. Godehard in Hildesheim  
In Freiheit      
Hamburger Hochschule für Frauen  
Am Plauer See gegen das Monstrum
Letzte Monate in Gotha
           
Materialien    
Weser-Zeitung, 22. März 1848: Die Revolution in Berlin    
Bremer Zeitung, 14. November 1848: Robert Blum
Zeitung für Norddeutschland, 13. Mai 1849: Der zehnte Mai in Frankfurt
Deutsche Geschichte von 1819 bis 1849 auf den Punkt gebracht  

Anhänge        
Lebensdaten im Überblick    
Bildanhang    
Quellen- und Literaturverzeichnis    
Personenverzeichnis 
Kurzvita der Autorin  


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renatehupfeld(at)gmail.com