Freitag, 5. Juli 2013

Antworten zur deutschen Geschichte


1819 Karlsbader Beschlüsse
Der Mord des Studenten Karl Ludwig Sand an dem Schriftsteller August von Kotzebue wurde zum Aufhänger verschärfter politischer Verfolgung. Mit den Karlsbader Beschlüssen vom 20. September 1819 setzte sich der österreichische Staatskanzler Clemens August Fürst Metternich vehement für ein Überwachungssystem ein, um nationale und liberale Bestrebungen zu unterdrücken. Durch ein Netz von Spitzeln wurden Versammlungen, Publikationen in Büchern und Presse eingeschränkt oder verboten. Ein Netz von Spitzeln machte selbst vor dem privaten Bereich nicht halt und je nach Auslegung in den einzelnen Ländern wurden Aktionen und Äußerungen mit empfindlichen Maßnahmen belegt.

1832 Hambacher Fest
Um die 30.000 Menschen aus allen deutschen Ländern trafen sich am 27. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss, um für nationale Einheit, Verfassungen und Pressefreiheit zu demonstrieren. Auf Grund der Karlsbader Beschlüsse gab es eine Vielzahl von Verhaftungen.

1837 Göttinger Sieben
Als König Ernst August bei seinem Amtsantritt im Jahre 1837 mit einem Handstreich die im Königreich Hannover bestehende Verfassung außer Kraft setzte, wandten sich sieben Göttinger Professoren öffentlich gegen diese Willkürmaßnahme. Das hatte zur Folge, dass sie entlassen und ausgewiesen wurden. Auch die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gehörten dazu.

1840 Amtsbeginn von Friedrich Wilhelm IV.
Als Friedrich Wilhelm IV. 1840 das Amt des preußischen Königs übernahm, weckte er mit Begnadigungen von politischen Häftlingen und Aufhebungen von Berufsverboten große Hoffnungen auf deutsche Einheit und Demokratie. Acht Jahre später bestimmte er durch seine Weigerung, die Reichsverfassung anzuerkennen und die Kaiserkrone für ein einheitliches Deutschland anzunehmen maßgeblich das Scheitern der Revolution von 1848.

1844 Aufstand der Weber in Schlesien
Den Königen und Fürsten ging es prächtig während das arbeitende Volk hungerte. Insofern ist der Aufstand der schlesischen Weber stellvertretend für viele Bevölkerungsguppen zu sehen, die bitterarm waren und smit ihrer täglichen Arbeit nicht in der Lage waren ihre Familien zu ernähren.

24. Februar 1848 Sturmglocken von Notredame
Wie ein Donnerschlag hallte es durch die deutschen Länder, als in Frankreich König Louis Philippe gestürzt und die Republik ausgerufen wurde. Das Ereignis war die Initialzündung für den deutschen Frühling im März 1848.

13. März 1848 Flucht Metternichs in Wien
Mit der Eroberung des Zeughauses war das höchst erzürnte Volk bewaffnet und zwang Metternich zum Rücktritt. Der 74Jährige flüchtete ins Exil nach England.

1848 Revolution in Berlin am 18. März
Bei einer Kundgebung von König Friedrich Wilhelm IV. vor dem Berliner Schloss fielen Schüsse, die wie der berühmte Funken im Pulverfass wirkten. In unglaublicher Empörung und Einigkeit kämpften Mitglieder aller Bevölkerungsgruppen gegen die Militärpräsens und errangen einen kurz währenden Sieg über die Willkürherrschaft des preußischen Monarchen.

31. März 1848 Vorparlament in der Frankfurter Paulskirche
Mehr als 500 Männer kamen in der Frankfurter Paulskirche zusammen mit dem Ziel, in den einzelnen Ländern die Wahl zum ersten gesamtdeutschen Parlament vorzubereiten.

18. Mai 1848 Nationalversammlung in Frankfurt
Fast 400 gewählte Deputierte aus allen deutschen Ländern waren bei der ersten Sitzung des vom deutschen Volk gewählten Parlamentes dabei, um eine gesamtdeutsche Verfassung, die sogenannte Reichsverfassung, zu erarbeiten.


11. Juli 1848 Einzug des Reichsverwesers in Frankfurt
Auf Vorschlag des Parlamentspräsidenten Heinrich von Gagern wurde Erzherzog Johann von Österreich zum Reichsverweser gewählt. Er sollte sich dafür einsetzen, das die Beschlüsse der Nationalversammlung in politisches Handeln umgesetzt würden und Deutschland nach Außen vertreten.

18. September 1848 Aufstand in Frankfurt
Beim Konflikt zwischen Schleswig Holstein und Dänemark hätte der Reichsverweser zum ersten Mal außenpolitisch agieren müssen. Stattdessen wurde der Waffenstillstand von Malmö selbstherrlich von Preußen geschlossen und dieser Alleingang wurde sogar noch von der Nationalversammlung abgesegnet. Das Vertrauen der Bevölkerung in das erste vom deutschen Volk gewählte Parlament war gestört, es kam zu einem Aufstand, der mit Hilfe von preußischem Militär blutig niedergeschlagen wurde.

9. November 1848 Hinrichtung von Robert Blum in Wien
Nachdem die Umsetzung der Paulskirchenbeschlüsse stagnierte und mit zunehmendem Erstarken der Reaktion die Revolution im Sande zu verlaufen drohte, sah Blum die letzte Chance zur Rettung der deutschen Sache in der Unterstützung des Wiener Oktoberaufstandes. Doch auch diese Erhebung wurde blutig niedergeschlagen und hatte Verhaftungen und Hinrichtungen zur Folge. Ohne Prozess wurde das Mitglied der deutschen Nationalversammlung Robert Blum brutal erschossen.

27. Dezember 1848 Verabschiedung der Grundrechte des Deutschen Volkes
Trotz aller Schwierigkeiten wurde mit dem Reichsgesetz über die Grundrechte für ganz Deutschland ein erster und ein ganz wichtiger Teil der deutschen Verfassung verabschiedet

27. März 1849 Verabschiedung der Reichsverfassung für das deutsche Volk
Einige Monate später war nach Flügelkämpfen, heftigen Diskussionen und beharrlicher Integrationsarbeit das Verfassungswerk fertig gestellt und wurde verabschiedet. Ein Großteil der deutschen Länder nahm die Reichsverfassung an und begann, sie umzusetzen, doch nicht alle. Preußen war noch nicht im Boot und in Hannover trieb das Ministerium Stüve ein possenhaftes Intrigenspiel mit der Ständeversammlung.

28. April 1849 Friedrich Wilhelm VI. lehnt die Kaiserkrone ab
Mit einer Erklärung vom 28. April 1849 lehnte der preußische König Friedrich Wilhelm VI. von Gottes Gnaden die ihm von den Volksvertretern angetragene Kaiserkrone für Deutschland ab. Damit war das mühsam erarbeitete und in hartem Ringen erkämpfte Verfassungwerk gescheitert.

Mai 1849 Reichsverfassungskampagne

Ein Großteil der Bevölkerung stand hinter der Reichsverfassung und wollte das Scheitern nicht hinnehmen. Nachdem friedliche Kundgebungen, Petitionen und Pressekampagnen von den monarchischen Herrschern nicht gehört wurden, kam es wieder zu Aufständen, so im sächsischen Dresden, in der Pfalz und in Baden. Alle Erhebungen wurden jedoch militärisch niedergeschlagen und hatten für die Kämpfer bittere Konsequenzen. Es gab Verhaftungen und Hinrichtungen. Wer noch flüchten konnte, verließ sein Heimatland.




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